mit Hilfe Finanzamt

 

Sie möchten auf das Bad in der Badewanne nicht verzichten – wenn auch der Einstieg in die Badewanne altersbedingt oder aufgrund einer Bewegungseinschränkung nicht einfach ist? Hier hilft ein Badewannenlift.

Neben Förderungsmöglichkeiten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die in der Regel über ihre Hausbank beantragt werden müssen, gibt es zunächst die Möglichkeit der Kostenerstattung durch ihre Krankenkasse. Hierfür bedarf es einer Antragstellung bei ihrer Krankenkasse. Um etwaige Probleme mit der Krankenkasse zu vermeiden, sollten Sie ihren Arzt ebenso von Beginn an mit einbeziehen, der ihnen die medizinische Notwendigkeit des Lifters bescheinigt.

 

Unser TIPP:

Stellen Sie den Antrag bevor Sie dem Handwerker ihren Vertrauens den Auftrag erteilen und die Arbeiten beginnen. Es kann nämlich sein, dass ihre Krankenkasse nicht die ganzen Kosten für den von ihnen gewählten Badewannenlift übernimmt.

 

Der Teil der Kosten den die Krankenkasse nicht übernimmt, können Sie in ihrer Einkommensteuer als „Außergewöhnliche Belastung“ ansetzen. Es gibt jedoch nachstehende Hürden:

  1. neben der bereits erwähnten medizinischen Notwendigkeit hat der Steuerpflichtige auch den Nachweis zu erbringen, dass er sich bei der Krankenkasse um die Erstattung bemüht und einer möglichen Ablehnung schriftlich widersprochen hat. Diese Nachweise sind dem Finanzamt vorzulegen.

  2. Außergewöhnliche Belastungen kommen erst dann zu tragen, wenn die „zumutbare Belastung“ – sie wird mit ca 1% bis 7% der Jahreseinkünfte angesetzt – überschritten wird.

Und wenn die „Außergewöhnliche Belastung“ bei mir nicht greift, da die Kosten die Höhe der zumutbare Belastung nicht überschreiten – gibt es noch andere Möglichkeiten?

Falls Sie die Liftkosten nicht oder nicht vollständig als „Außergewöhnliche Belastung“ ansetzen können, dann können Sie diese in der Steuererklärung unter dem Punkt „Hilfen und Handwerker in Haus und Garten“ absetzen. Wie diese Position bereits verrät, können Sie lediglich die Arbeitskosten - also keine Kosten für Material und nicht den Kaufpreis für den Lift.

Aber ganz wichtig!

Der Einbau des Lifts sollte weder in Eigenleistung noch durch einen „Freundschaftsdienst“, sondern ausschließlich von einem Handwerker gegen eine qualifizierte Rechnung – Firma, Firmenanschrift, Kommunikationsdaten, Steuernummer etc. - erfolgen. Diese ist nicht nur Grundlage für die vorgenannte steuerliche Anerkennung durch das Finanzamt. Vielmehr haben Sie auch zumindest die gesetzliche Gewährleistung durch das ausführende Unternehmen. D. h. - der Handwerker muss für etwaige Schäden oder aber mangelhafte Handwerkerleistung solange aufkommen, bis diese beseitigt ist.

 

Und welches steuerliche Ergebnis kann ich somit erzielen?

In Ihrem Steuerbescheid werden 20% der Einbaukosten von ihrer Steuerschuld abgezogen – maximal EUR 1.200,00. Wenn der Handwerker also EUR 1.000,00 erhält, dann müssen sie EUR 200,00 weniger an Steuern zahlen.

 

Dieses Prozedere mag recht umständlich klingen. Bedenken Sie aber, dass Sie solange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld leben und dabei noch zahlreiche wohltuende Bäder genießen können.

Es lohnt sich also, die Wohnung altersgerecht oder barrierearm bzw. barrieregerecht umzugestalten. Oder möchten Sie schon bald das geliebte Umfeld durch einen Umzug in ein Altenpflegeheim bzw. eine Einrichtung des „Betreuten Wohnen“ tauschen?

Gerne stehen wir Ihnen mit unserem Netzwerk mit Anregungen für die Umgestaltung des Wohnraums in eine altersgerechte oder barrierearme bzw. barrierefreie Wohnoase zur Verfügung. Ebenso helfen wir Ihnen gerne bei der Suche nach einem qualifizierten Handwerker in ihrer Region.

 

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